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Leonii's Tagebuch

Seite 5

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Ich bin kein Mensch?

Anstatt mich hinzulegen und zu schlafen gehe ich zu meinen Regal und nehme mir eine DVD heraus. Diese lege ich in meinen Laptop ein, da ich die Geschehnisse von vorhin mit meiner Lieblings-DVD vergessen möchte. Ich hab ein mulmiges Gefühl während ich diesen Film ansehe. Zum ersten Mal schaue ich diesen Film nicht nur aus Genuss an. Mit entsetzen stelle ich fest das alles zusammen passt, aber dennoch kann ich mich nicht darüber freuen. Ich weiß, dass ich irgendwann noch die Person die mir so wichtig ist verletzen werde. Davon gibt es nurnoch eine, aber dennoch habe ich das Gefühl ich werde sie irgendwann verletzen. Sofort schießt mir eine Frage durch den Kopf: "Warum hat man mir das angetan?" Ich weiß nicht wie viele es von uns tatsächlich gibt und frage mich ob Yuimi weiß das es sie gibt. Ich kann nicht begreifen wieso sie sich mit solchen Leuten trifft. Ich hatte echt immer mehr Fragen und wusste keine Antworten darauf. Mich verfolgt zudem das Verlangen nach Blut, seit ich das Krankenhaus verlassen habe. Warum habe ich plötzlich den Begier nach Yuis Blut? Ich weiß, aufgrund meiner Liebe zu Vampiren, dass dieses Verlangen nicht mehr aufhören wird. Aber ich will und wollte nie ein Vampir sein. Daher muss ich einen Weg finden bevor ich noch jemanden verletze. Ich muss erfahren wieso man mir das angetan hat. Warum hat man mir das angetan. Wieso hat man mir nicht auch noch meinen letzten tropfen Blut ausgesaugt. Wieso hat man mein Leben verschont und mich zu einem Vampir gemacht? Als ich so in die Nacht hinaus blicke merke ich, dass ich es in diesem Zimmer nicht mehr aushalte. Ich springe also im nächsten Moment aus dem Zimmer, obwohl sich dieses im 4ten Stock einer Wohnhausanlange befindet. Als ich unten aufgekommen bin bemerke ich nicht mal eine kleine Schramme an mir. Es machte mir Angst und dennoch verspühre ich zum ersten Mal das Gefühl von Freiheit. Ich fange an loszulaufen, dabei bemerke ich das meine jetzige Geschwindigkeit für Menschen unerreichbar ist. Ich brauche nichtmal 10 Minuten von der Uni in den Stadtpark. Wobei man sonst eine halbe Stunde fahrt mit dem Bus vor sich hat. Zudem ist es erstaunlich das ich nicht mal außer Atem gerate. Im Stadtpark angekommen setze ich mich unter einen Baum bei der Lichtung und betrachte von da aus den klaren Nachthimmel. Mir fällt auf das er wunderschön ist, genauso schön wie damals als ich Ihn noch als Mensch betrachtet habe. Ich verspühre den Wind. Er trägt mir einen Geruch entgegen, der wieder das Verlangen in mir steigern lässt. Was macht nur ein Mensch zu dieser Zeit im Park? Da ich bemerke, dass es nicht gut ist länger hier zu bleiben stehe ich auf. Plötzlich packt mich aber jemand am Arm. "Hab ich dich. Mensch bist du jung. Das wird schön werden!" sagt die fremde Stimme. Wie erstarrt registiere ich die Stimme doch ich starre weiterhin in den Himmel. Ich bin zwar nun ein Vampir doch meine ganzen Kräfte habe ich wohl kaum, da mein Körper den verlangen nach Blut hat. Ich verspühre den Druck am Handgelenk, dass ich weggezogen werde. Aber ich kann nur an mein Hungergefühl denken. Ich will kein Blut trinken! Ich will keinem seine Lebensessenz aussagen. Aus Panik vor dem was ich tun könnte schließe ich meine Augen. "Hey, du, Mädchen mach deine Augen auf, ich will dass du mir dabei in die Augen siehst und mir sagst wie gut das ist" sagt die Fremde Stimme. Dennoch öffne ich meine Augen nicht. Ich weiß zwar was er vorhatte, aber ich schaffe es nicht zu schreien oder mich zu wehren. Ich höre wie sich die Gürtelschnalle von dem fremden Mann öffnet. Ich weiß das er mich vergewaltigen wird, wenn ich nichts unternehme. Trotzdem schaffe ich es nicht mich zu bewegen. Innerlich kämpfe ich zudem gegen den Hunger von mir an. Auf einmal wird alles so Still. Ich höre nurnoch wie sich der Reißverschluss öffnet. Ich fühle auch keine Präsenz mehr vor mir. Der Gruch nach Blut wird immer stärker. Auch das Verlangen wird immer schlimmer. Mit einem schlag reiße ich meine Augen auf und folge dem Gruch. Es riecht immer stärker nach Blut und auch mein Hunger wird immer größer. Ich sehe nur wie jemand mit langem silberenen Haar den Mann der mich gerade noch vergewaltigen wollte sein Blut aussaugt. Bis zum letzten Tropfen. Meine Augen, gezeichnet in der Farbe des Blutes, sehen gequält dieser Person mit langem silberenen Haar an. Als er sich zu mir umdreht und mich mit blutverschmiertem Gesicht ansieht lächtelt er nur. Da ich mein verlangen nun nicht länger unterdrücken kann mache ich eine kleine Bewegung. Diese reichte schon aus um direkt vor Ihm zu stehen. In dem Moment wo er mir in meine Augen sieht packe ich seinen Kopf und lege ihn zur Seite. Danach rieche ich an seinem Hals. Ich kann das Blut, welches durch seinen Hals läuft, riechen. Langsam öffe ich meinem Mund und meine Vampirzähne schießen hervor. Es schmerzt als sie heraus schießen. Ich setze sie langsam an dem Hals von der Person an, die gerade dem Mann das ganze Blut ausgesaugt hat. Im folgenden Moment beise ich zu und trinke sein Blut.